In Sight KTR Podcast Folge 1 – Tradition vs Innovation

Julia Ures: „Schön, dass Sie mit dabei sind, herzlich willkommen und Hallo hier bei In Sight KTR, das sie gerade verfolgen als Video oder vielleicht auch im Podcast, denn auf beiden Wegen ist dieses Format zu verfolgen. Jede Folge dauert in etwa 20 Minuten und bietet Ihnen die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Unternehmens KTR zu schauen, mehr zu erfahren. Wer steckt eigentlich hinter den Produkten, welche Menschen stecken eigentlich hinter den Produkten und auch einen Einblick Ihnen zu gewähren in den Alltag dieses Unternehmens.

Mein Name ist Julia Ures, ich freue mich sehr, dass ich Sie durch dieses Format begleiten darf und möchte Sie herzlich einladen für die weiteren Folgen Ihre Fragen uns zu schicken und zwar gerne per E-Mail an socialmedia@ktr.com, denn das ganze Format lebt von Ihren Fragen.“

So werden auch meine beiden Gesprächspartner, die heute hier sich eingefunden haben, in diesem virtuellen Messestand, von dem wir aus melden, befragt. Also es ist ein analoger Messestand, der auch digitalisiert wurde. Die beiden kennen die Fragen nicht, die eingegangen sind heute für diese erste Folge und ich freue mich sehr, dass Sie heute mitmachen, dass Sie heute hier mit dabei sind.

Nicola Warning, die Geschäftsführerin der KTR Systems GmbH. Seit 2017 wieder im Unternehmen vorher 8 Jahre in der Leitung des Geschäftsbereichs Kupplungen bei Siemens und Frau Warning ich darf Sie hier quasi in Ihrem Hause herzlich willkommen heißen, schön, dass Sie da sind. Und an der Seite haben Sie mitgebracht Michael Brüning, Produktmanager. Er ist unter anderem zuständig für die ROTEX Kupplung. Die ist zum Branchenstandard geworden und seit 50 Jahren unverändert, erfolgreich im Markt. Und ungefähr die Hälfte der Zeit sind Sie schon im Unternehmen. Sie beiden kennen sich auch schon aus der Zeit vor KTR durch den Sport, was hat es damit auf sich?

Nicola Warning: Ja, wir sind beides Leichtathleten. Das haben wir hier irgendwann mal überaschenderweise festgestellt, dass wir uns ja eigentlich schon kennen über den Sport. Ich Sprinter, der Michael Brüning Mittelstreckler, und jetzt machen wir beide zusammen Langstrecke kann man sagen, bei der KTR. Also da verbindet uns der Sportsgeist und das kriegen wir ganz gut glaube ich im Berufsalltag auch rüber, das verbindet ganz gut.

Julia Ures: Jetzt sprechen Sie das gerade schon an. Herr Brüning, welche Skills aus dem Sport, die man da erlernt hat, kann man im Unternehmenskontext auch gut nutzen?

Michael Brüning: Zum einen braucht man den Sport immer auch als Ventil irgendwo. Also auch jetzt noch, dass man nach Feierabend, nach getaner Arbeit, dann letztendlich irgendwo einen Ausgleich findet. Man kann sagen, wenn man läuft, kann man viel nachher verarbeiten im Kopf, weil man da auch Zeit und Ruhe hat für sich. Wenn man dann aufs Mountainbike steigt, dann kann man vielleicht gewisse Aggressionen loswerden halt, und dann vielleicht am nächsten Tag mit gesundem Menschenverstand gewisse Entscheidungen treffen.

Julia Ures: Wir haben, ich habe das eben schon erklärt, es ist eine Reihe von Fragen eingegangen, die Sie nicht kennen und heute sind Sie eben hier, um diese Fragen zu beantworten. Das sind Fragen mit einem Bezug auf das Unternehmen, auch auf Produkte und ich möchte ganz gern starten. Unser Thema heute ist ja dieses Spannungsverhältnis oder vielleicht auch diese Art und Weise, wie sich Tradition und Innovation ergänzen, bereichern vielleicht auch bedingen, denn das ist heute die Überschrift dieser Folge, Tradition vs. Innovation. Und Frau Warning, die erste Frage an Sie. KTR ist ein bekennendes Familienunternehmen, das betrifft ja erstmal relativ viele Unternehmen, auf die dasselbe eben zutrifft. Welche Kernwerte stecken aber bei KTR dahinter?

Nicola Warning: Ja, Sie sagten es gerade schon, es gibt viele Familienunternehmen, Gott sei dank noch. Der Charme des Familienunternehmens ist natürlich ein enorm hoher Zusammenhalt. Die Kontinuität, da wird schon viel über die Generationen hinweg gedacht. Wir sind ja auch nicht in erster Generation tätig. Da ist alles auf Langfristigkeit ausgelegt und nicht, wie man es heute so oft hört, dem Shareholder Value geschuldet. Das heißt, wir haben wirklich die Möglichkeit hier das zu machen, was auch für die Firma langfristig richtig ist und das gibt schon viele Freiheitsgrade. Untereinander auch, der Ton ist glaube ich manchmal ein anderer, wir haben flache Hierarchien, da wird viel Kommuniziert und nicht unbedingt immer nur um den nächsten Karriereschritt zu machen, sondern da geht es ganz, ganz stark auch um Inhalte. Ich glaube das ist ein bisschen bei Familienunternehmen symptomatisch, viel Kommunikation, die Mannschaft ist eng beieinander und auch wirklich diese Nachhaltigkeit und diese Ausrichtung für die Zukunft.

Julia Ures: Herr Brüning, die zweite Frage, oder die zweite Aufforderung eigentlich, die uns erreicht hat. Bitte vervollständigen Sie nachfolgenden Satz: „KTR bleibt auch in Zukunft erfolgreich, weil…“

Michael Brüning: Weil wir Kümmerer sind. So kenne ich das, seit dem ich bei der KTR bin. Es geht hier nicht darum, das einer da ist, der alles weiß und alles kann und die super Ausbildung hat, sondern wir sind hier wirklich ein Team. Wo wir uns kümmern, gegenseitig helfen, unterstützen und ich glaube das spüren die Kunden auch, dass man wirklich, wenn der Kunde ein Anliegen hat, dass man sich dann auch rundherum drum kümmert halt, dass letztendlich das Ergebnis für ihn zufriedenstellend ist.

Julia Ures: Jetzt haben wir schon eine Vorlage. Frau Warning, wie geht der Satz bei Ihnen weiter? „KTR bleibt auch in Zukunft erfolgreich, weil…“

Nicola Warning: Weil wir innovativ sind, weil wir nie stehen bleiben und immer nach vorne wollen.

Julia Ures: Vielen Dank. Herr Brüning, in den letzten Jahren, das ist die nächste Frage, die eingegangen ist, hat die additive Fertigung von Bauteilen, das betrifft den 3D-Druck, an Bedeutung stark zugenommen. Gibt es Überlegungen bei der KTR dieses Fertigungsverfahren für Muster oder auch Serienbauteile einzusetzen?

Michael Brüning: Also für Muster machen wir es schon, gerade wenn man Neuprodukte entwickelt und so weiter, ist das unumgänglich, oder natürlich viel viel einfacher und schneller heutzutage Prototypenteile zu erstellen. Für Serienanwendungen, natürlich hat man da schon drüber nachgedacht, dass man vielleicht zukünftig nur noch 3D-Files verkauft und der Kunde druckt dann sein Elastomer, sein Kupplungsteil vor Ort aus. Das sind sicherlich irgendwelche Gedanken, aber ich glaube, das ist momentan halt eben noch nicht das, wo wir hingehen werden. Also bei uns ist es so, dass die Knowhow-Teile in den Kupplungen mehr oder weniger alle aus Deutschland kommen, Made in Germany, und da steckt eine Menge Entwicklung drin und so einfach das mal eben weltweit auszudrucken, ich glaube so weit sind wir dann doch noch nicht.

Julia Ures: Frau Warning, wir haben eben schon gesprochen über die Werte, die in diesem Familienunternehmen fest verankert sind und die für Sie auch mit darin stecken. Jetzt ist hier die Frage in die Zukunft gerichtet. Welche Vision hat KTR für die nächsten Jahre? Kann das Unternehmen so weitermachen wie bisher?

Nicola Warning: Nee, so weitermachen können wir nie. Wir müssen immer wieder was neu machen, anders machen, verbessern, uns verändern. Das ist systemimmanent und das ist ja auch Teil des Erfolgs. Ich sagte gerade Innovation. Es bleibt also. Gerade jetzt in Corona Zeiten merken wir das ja nochmal ganz ganz deutlich, und so ein bisschen die Vision nach vorne, die Ausrichtung des Unternehmens, was für uns ganz ganz wichtig ist, dass das Unternehmen sehr auf Flexibilität ausgerichtet ist und wir eben reagieren. Man kann eine Menge planen, ich kann hier jetzt auch tolle Visionen ausbreiten, es kommt immer anders als man denkt. Daher, wir machen einen groben Plan, wir haben eine grobe Vorstellung, wir haben auch eine Vision, aber wenn es dann unterwegs anders kommt, gerade dann sind wir gut und dann sehen wir zu, dass wir flexibel sind, tatkräftig. Das sind die Dinge, die für uns nach vorne raus ganz ganz wichtig sind.

Julia Ures: Sie haben eben angesprochen, Kommunikation ist bei Ihnen ganz wichtig. Ich kann mir vorstellen, auch gerade wenn es um die Vision geht, was die Zukunft angeht, kommt man ohne Kommunikation ja auch nicht aus.

Nicola Warning: Ja, das ist immer so ein schwieriges Thema, weil Visionen, welcher Mitarbeiter interessiert sich wirklich für eine Vision? Die wollen wirklich wissen, wo es hingeht, ganz konkret, da müssen nicht Schlagworte stehen, sondern die müssen verstehen, was es denn konkret ist. Wir haben mit KTR2022 eine Strategie raus gelegt, die für uns sehr wichtig ist und da legen wir eben auch Wert drauf, dass jeder verstanden hat, was wir damit wollen. Also ich denke, dass das über die letzten Jahre, und das ist genau richtig, wie Sie es sagen, Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation. Im Prinzip muss es von der Frau an der Pforte bis zum Versandmitarbeiter jeder verstanden haben und dann laufen auch alle in die gleiche Richtung. Ich glaube das hat das Team in den letzten 2, 3 Jahren, wir haben die Strategie seit 2017, und die letzten 2, 3 Jahre haben wir da viel Zeit mit verbracht, das jedem einzelnen auch on Detail zu erklären.

Julia Ures: Herr Brüning, eine weitere Frage an den Produktmanager. Mit der ROTEX Standard haben Sie bei drehelastischen Klauenkupplungen einen innovativen Dauerbrenner innerhalb der Branche platziert, schreibt uns jemand. Wie viel Raum gewährt KTR generell der Forschung und Entwicklung?

Michael Brüning: Puh, das bleibt eigentlich jedem selbst überlassen, kann man fast sagen. Natürlich gibt es Anforderungen, die vom Kunden irgendwo kommen, ganz klar. Aber ich glaube, wir haben bei der KTR immer noch eine grüne Wiese. Das heißt, jeder der innovativ ist, man kann das ja nicht aufzwingen. Der hat auch bei KTR viele Möglichkeiten. Das heißt, wenn man irgendwo eine Idee verfolgt, kann man sie voranbringen und dann irgendwann auch mal präsentieren bei der Frau Warning, oder bei wem auch immer, und bekommt dann eigentlich Rückenwind, also Unterstützung, ganz klar. Aber wie gesagt, es wird nicht gesagt, du musst jetzt das und das entwickeln, sondern es kommt eigentlich von den Leuten selber. Wir haben also viele junge Leute, die, wenn sie Verantwortung bekommen, also wirklich innovativ sind. Das ist wirklich sehr schön zu sehen, dass wir diese super Mischung haben, jung und alt, wo dann letztendlich Erfahrung gepaart ist mit neuen Ideen und das machts glaube ich aus.

Julia Ures: Was macht für Sie vielleicht auch diesen Generationenwechsel besonders wertvoll?

Michael Brüning: Nicola hat mir letztens noch gesagt, beim Kundenbesuch, dass ich schon zu den Alten gehöre.

Julia Ures: Hört man erstmal nicht so gerne.

Michael Brüning: Leider Gottes ist das mittlerweile so. Man ist ja doch schon eine relativ lange Zeit dabei. Aber ja ich sag mal, diese Mischung mit jungen Leuten, wir arbeiten gerade an einem Projekt und da sind zwei ganz junge Leute dabei, die aus der Ausbildung kommen, beziehungsweise aus dem Studium und die das, ich will nicht sagen federführend machen, dieses Projekt aber wirklich gut dabei sind und das extremst nach vorne bringen auch.

Julia Ures: Eben habe ich gesagt, 25 Jahre sind Sie im Unternehmen. Wo hilft Ihnen dann die Erfahrung?

Michael Brüning: Ja letztendlich ist es Erfahrung, die sammelt man ja auch schon vor der Zeit. Das ist einmal der Sport, der einen sicherlich gelehrt hat, dass man eben dann Training machen muss, wenn die anderen zuhause bleiben, sprich bei schlechtem Wetter und dergleichen. Also man muss immer dann Gas geben, wenn gefordert ist halt. Also wir müssen immer sehen, dass wir einen Schritt voraus sind. Wir sind ja nicht alleine da, das heißt, wir haben natürlich eine Menge Wettbewerber und auch sehr viele in Asien und so weiter, die auch sehr akribisch sind. Aber wir versuchen eigentlich immer vorne zu sein, also vor dem Wettbewerb irgendwo auch. Das ist also unser Anspruch, weil wenn wir jetzt 50 Jahre nichts gemacht hätten an dem Produkt, ich glaube, dann wären wir mit dem Produkt eventuell nicht mehr wettbewerbsfähig. Noch, nicht nur noch, sondern wir sind halt wettbewerbsfähig mit unserem Produkt.

Julia Ures: Frau Warning, der Maschinenbau gilt generell als traditionelle Branche. Manchmal auch als vielleicht etwas konservative Branche. Welchen Stellenwert, jetzt haben wir ja eben heute das Thema „Tradition vs. Zukunftsvision“, welchen Stellenwert hat bei Ihnen die Tradition?

Nicola Warning: Ja, Familienunternehmen, wenn Sie bei uns in die Eingangshalle gehen, dann sehen Sie schon die Familiengeschichte, die Entwicklungen der KTR, das lassen wir nie aus den Augen. Das ist auch immer ein guter Ratgeber aus vielerlei Dingen. Es gibt dem Unternehmen eine Identität. Manchmal guckt man auch drauf, was wir denn früher schon falsch gemacht haben und da lernt man natürlich eine Menge raus. Also dieses „Tradition“ heißt ja auch, es wurden Dinge gemacht und auch falsch gemacht und auch richtig gemacht. Ich bin jetzt keiner, der sagt, Tradition, wir machen es genau immer so, weil das haben wir doch schon immer so gemacht, das würde dem wirklich krass widersprechen. Aber wir gucken ganz stolz drauf und sagen: „Da kommen wir her und das haben wir schon geleistet und das haben wir gelernt und auf Basis dessen machen wir nach vorne.“ Und das ist glaube ich schon von daher immer auch eine gute Basis auch dem Kunden gegenüber, weil das ist Betraubarkeit. Nicht immer nur für die Mitarbeiter, die haben Erfahrung, lange Erfahrung, teilweise über Generationen, da hat teilweise der Vater schon hier gearbeitet. Also auch da hilft einem ja in der Belegschaft Tradition, aber auch beim Kunden. Der Kunde sieht, die machen es schon sehr lange, die können es scheinbar auch und hat auch das Vertrauen, dass wir noch lange ein Partner sind.

Julia Ures: Herr Brüning, wir haben eben schon darüber gesprochen, dass Stillstand keinem Unternehmen guttut. So möchte ich es mal zusammenfassen, dass es gilt immer am Ball zu bleiben, vielleicht auch manchmal einen Schritt schneller zu sein als der Wettbewerb. Wenn es um die Entwicklung von neuen Produkten geht, dann gilt es natürlich immer die Wünsche des Markts zu kennen. Wie gelingt es Ihnen da zu erfahren, also up to date zu bleiben und in Erfahrung zu bringen, was wünscht sich der Markt der Zukunft?

Michael Brüning: Ja, es ist jetzt nicht so, dass man in eine Kammer reingeht und sich etwas Neues ausdenkt. Meistens hängt es mit Problemen in einem Antrieb zusammen oder Kunden fordern irgendwie was und sagen „Hey, da funktioniert eben keine Kupplung mehr, was könnt ihr da machen?“ Und dann denkt man drüber nach. Wir haben also eine ziemlich gute Kundennähe sag ich mal so. Wir haben einen super Austausch miteinander, das heißt, in den Anfängen war es vielleicht mal so gewesen, wenn eine Kupplung ausgefallen ist, was natürlich auch vorkommen kann, dann hat man eine Reklamation bekommen. Heutzutage ist es aber so, dass die Kunden uns eigentlich schon sehr, sehr lange kennen und wenn dann eine Kupplung ausfällt, dann fragt man eigentlich „Hey, woran hat es gelegen? Warum ist die Kupplung ausgefallen?“ Es ist jetzt nicht mehr der Grund, letztendlich ist es so, dass andere Außenbedingungen eventuell dazu geführt haben, dass die Kupplung ausfällt. Des Weiteren haben wir bei KTR ein Innovationsteam, das heißt, viele stecken in einem Tagesgeschäft und haben nicht unbedingt die Freiheit, Produkte neu zu entwickeln. Das heißt, man hat vielleicht eine Idee, die man grob skizziert und auch formuliert. Dann haben wir Mitarbeiter, junge Mitarbeiter, die dann letztendlich dieses Paket aufnehmen und dann da eventuell etwas raus entwickeln. Das heißt eine Vorstudie entsteht dann halt im Produktbereich selber und wirklich entwickelt wird es dann im Innovationsteam. Das ist eigentlich eine sehr schöne Geschichte. Wir haben es früher in den Produktbereichen selber gemacht, aber dann kommt es häufig zu kurz. Das heißt, wenn dann der Kunde mehr Aufforderung wünscht, dann bleibt sowas natürlich dann hinten an. Und wenn dann Leute wirklich frei sind, und Zeit dafür haben sich darum zu kümmern, dann macht das auch Sinn. Dann ist man hier und da natürlich immer noch beim Projekt mit dabei, aber wie gesagt, es wird dann in der Keimzelle groß und wird dann irgendwann später wieder zurück in den Produktbereich geschoben.

Julia Ures: Wenn Sie übrigens im Hintergrund das ein oder andere Geräusch hören – um uns herum wird gearbeitet und das muss auch genau so sein, und da gibt es natürlich auch mal vielleicht das ein oder andere, was da zu hören ist, aber das zeigt nur, dass wir hier ganz realistisch, uns in einer realistischen Umgebung befinden und um herum hier fleißig gewerkelt wird.

Eine persönliche Frage an Sie, Frau Warning, hat uns erreicht. Sie stehen seit 2017 als Geschäftsführerin der KTR Gruppe vor. Welche Herausforderungen der letzten Jahre würden Sie persönlich als größte in Ihrer Position angeben, anführen?

Nicola Warning: Also, Herausforderungen hat man natürlich jeden Tag. Wenn ich jetzt mal wirklich die drei Jahre revue passieren lasse: Ein großer Punkt war, wir hatten viele langjährige Mitarbeiter, in Abteilungsleiterpositionen hatten wir ein paar, die das Unternehmen auch dahin gebracht haben, wo es heute ist, die in Ruhestand gegangen sind, in den wohlverdienten. Da galt es dann natürlich wirklich die nächste Generation aufzurufen und daraus ein Team zu formieren. Das ist glaube ich ganz gut gelungen, es sieht so aus. Da ist wirklich ein eingeschweißtes Team jetzt ran gewachsen. Und dieses Management Team ist natürlich auch einer der Erfolgsfaktoren in so einer Firma, weil es schon wichtig ist, dass alle Bereiche auch sich gut verlinken und miteinander arbeiten. Ich glaube, das wird immer wichtiger, das abteilungsübergreifende Arbeiten. Und das war die letzten Jahre schon eine mehrgliedrige Arbeit, wo viele auch mithelfen mussten natürlich auch und das ist gut gelungen bisher glaube ich. Das würde ich jetzt bisher als die größte Herausforderung sehen und Corona macht es jetzt auch gerade nicht leichter. Das ist natürlich für alle eine Herausforderung.

Julia Ures: Herr Brüning, noch eine Frage an Sie als Produktmanager. Gibt es aktuell einen Trend im Maschinenbau, den Sie als zukunftsweisend erachten und wenn ja, wie stellt sich KTR auf eben diesen Trend ein?

Michael Brüning: Also Trend würde ich sagen, in der Vergangenheit war es häufig so, dass viele Kunden letztendlich über den Preis gekauft haben. Das heißt der Einkäufer hatte eine ziemlich große Macht und hat gesagt, ich kaufe das, was am kostengünstigsten ist. Heutzutage schaut man da ein bisschen tiefer rein und da geht es also auch darum, ist der Betreiber letztendlich, der dann das Produkt auch einsetzt, ist der mit diesem Produkt zufrieden? Das heißt sind die Servicezeiten, sind die akzeptabel oder muss ich jetzt einen halben Tag an der Kupplung rumschrauben, bis ich sie dann demontiert und wieder montiert habe. Ich glaube, dass das, und das kommt uns auch zugute, weil wir eben servicefreundliche Kupplungen haben, die Langlebigkeit, die Verfügbarkeit, das sind glaube ich Themen, die jetzt mehr eine Rolle spielen, wie in der Vergangenheit.

Julia Ures: Und damit kommen wir so langsam an die 20 Minuten Marke. Wir haben natürlich eben erklärt, 20 Minuten in etwa, Pi mal Daumen soll jede Folge dauern, damit es nicht zu lang wird, damit es für Sie auch ganz nett ist zwischendurch mal diese Videos zu schauen und auch den Podcast zu hören. Wenn es ihnen gefallen hat, oder wenn Sie vielleicht das ganze gerne nochmal nachlesen möchten, dann finden Sie auch den verschriftlichten Text auf der KTR Webseite und natürlich laden wir Sie herzlich ein mit denjenigen, die sich ebenfalls für KTR interessieren, zu teilen, wo denn der Podcast zu finden ist, nämlich auf allen gängigen Podcast-Formaten und auf dem Kanal auf YouTube. Da das Ganze natürlich im Bild, wenn Sie uns gerade zuschauen, dann sehen Sie uns natürlich auch und ich möchte Ihnen kurz sagen, was beim nächsten Mal unser Thema ist. Das ist die Internationalisierung und nächstes Mal mein Gast wird sein Torben Maybaum, Head of Global Sales bei KTR, seit 26 Jahren im Unternehmen, ein Jahr mehr als Herr Brüning.

Und ich möchte damit Ihnen beiden ganz herzlichen Dank sagen für unser kleines Interview, dass Sie auch dazu bereit waren, Fragen zu beantworten, die Sie vorher nicht kannten. Ich glaube, es hat überhaupt nicht weh getan, so sagt man das immer beim Zahnarzt. Nicola Warning und Michael Brüning, vielen herzlichen Dank und Sie schicken uns sehr gerne Ihre Fragen an socialmedia@ktr.com. Die möchten wir dann gerne in einer der nächsten Folgen unterbringen und beantworten und damit sagen wir herzlichen Dank fürs Zuschauen, fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Tschüss!